Freiheit – mit Dr. Erhard Jordi & Dr. Klaus Opilik
Politische Freiheit, Freiheit des Marktes, Freiheit des Willens – all diese Konzepte werden im öffentlichen Diskurs oft schlagwortartig ins Spiel gebracht, der Freiheitsbegriff droht dabei freilich ins Ungefähre und Beliebige zu entgleiten.
Andererseits steht die Naturwissenschaft scheinbar in hartem Kontrast zum Konzept der Freiheit. Zumindest die unbelebte Natur folgt Gesetzen, die starke kausale Zusammenhänge nahelegen. Physikalische und chemische Abläufe sind determiniert. Von Laplace stammt die Idee, dass Vergangenheit und Zukunft des Universums exakt berechnet werden könnten, wenn man vollständige Angaben zu jeder Teilchenbewegung zu einem einzigen Zeitpunkt hätte. Die Neurowissenschaften versuchen unsere geistige Tätigkeit auf eine naturwissenschaftliche Basis zu stellen.
Die philosophischen und sich daraus ergebenden politischen und individuellen Konzepte der Freiheit und das naturwissenschaftliche Verständnis stehen also in einem spannungsreichen Verhältnis. Die Diskussion dieses Verhältnisses soll uns in die Lage versetzen, den Freiheitsbegriff schärfer und differenzierter zu fassen.




