Louis Favre und der Gotthard-Eisenbahntunnel
Vortrag von Lorenz Degen
Mit dem Bau des ersten Eisenbahntunnels durch den Gotthard wurde Louis Favre berühmt. In diesem Jahr, 2026, würde der Unternehmer, der nie eine formelle Ingenieursausbildung absolvierte, seinen 200. Geburtstag feiern. Über sein Leben und die Licht- und Schattenseiten des gigantischen Tunnelbaus spricht am Freitag, 11. September 2026 (Beginn 19.00 Uhr) der Historiker und Journalist Lorenz Degen im Hotel Wysses Rössli, Schwyz. Sein Vortrag „patron, ami et père – eine Annäherung an Louis Favre“ findet im Rahmen des Herbstprogramms der Volkshochschule Schwyz statt.
Louis Favre, geboren am 28. Januar 1826 in Chêne-Bourg bei Genf, gehörte zu den sieben Bewerbern für den Bau-Auftrag der Gotthardbahn-Gesellschaft. Den Zuschlag erhielt er dank seines günstigen Angebots und der versprochenen Bauzeit von acht Jahren – sowie der riskanten Vertragsbedingungen, die er auf sich nahm. Am 13. September 1872 begann der Bau des 15 Kilometer langen Tunnels. Die Arbeits- und Wohnsituation der Tunnelarbeiter, vor allem italienische Mineure, grenzte ans Unerträgliche. Die offizielle Statistik zählte 199 Arbeiter, die während der Bauarbeiten starben. 1875 kam es zu einem Streik der Arbeiter, der blutig niedergeschlagen wurde.
Lorenz Degen beleuchtet in seinem mit Bildern und Dokumenten illustrierten Vortrag die Aspekte eines baulichen Pionierwerks – und eines Systems, das Baufortschritt und Wirtschaftlichkeit über Sicherheit und soziale Absicherung stellte. Degen ist auch Mitbegründer des Vereins «200 Jahre Louis Favre», der in diesem Jahr verschiedene Erinnerungsanlässe veranstaltet.
–> Bildlegende (Quelle: Wikipedia): Bauarbeiter um 1880 vor dem Südportal in Airolo
Lorenz Degen
Lorenz Degen ist Mitbegründer des Vereins «200 Jahre Louis Favre», der in diesem Jahr verschiedene Erinnerungsanlässe veranstaltet.
